Chronik - Ein kleiner Überblick

Der Segel – Club „Ochtum“, kurz SCO genannt, begeht in diesem Jahr sein 75 jähriges Bestehen.
Der feste Wille, gemeinsam den Wassersport, vor allem das Fahrtensegeln auszuüben, verbunden mit dem Bestreben, für den Segel – Club „Ochtum“ durch Boots - und Clubhaus sowie Steganlagen ein festes Domizil an der Ochtum zu schaffen, haben den Zusammenhalt und das Vereinsleben über die siebeneinhalb Jahrzehnte geprägt.

Die Vereinsgründung fand am 2.2.1933 statt. Zwei Tage später, am 4.2.1933, erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister. Die Initiatoren dieser Vereinsgründung waren wassersportbegeisterte Männer, die aus dem damaligen „Freien Wassersport“ hervorgegangen waren. An der Spitze stand Richard Proske, der auch als erstes den Vorsitz des SCO bekam. Ein halbes Jahr später ließ ein Versammlungsbeschluß auch die Aufnahme von weiblichen Mitgliedern zu!

Als Standort des Vereins hatte man sich das Gelände des ehemaligen Ochtumhafens ausgesucht. Im Dorf Ochtum, direkt hinter dem Deichschart, wurde ein Grundstück gepachtet. Die Boote lagen, an Pfählen festgemacht, in der Ochtum.
Noch heute hat der Verein seinen Sitz an dieser Stelle. Vom Gründungsjahr an – er zählte 44 Mitglieder - wurde alljährlich im Sommer zuerst ein Stiftungsfest, später das Sommerfest gefeiert.

War am Anfang nur ein Pionierponton und ein Bootsschuppen, so schafften die Mitglieder durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Beharrlichkeit in den folgenden Etappen die heutigen Vereinsanlagen:


1936 Erweiterung des Bootsschuppens für die Lagerung von 12 Segel- und 20 Paddelbooten auf ca. 150 qm. Der Stützpunkt für die Mitglieder ist die Gaststätte "Seglerheim", direkt am Deichschart.

1940 Die Bootshalle von Rohde, direkt neben dem Bootshaus, wird gekauft.

1946 Im Bootshaus erfolgt die Abtrennung eines Teils für die Herrichtung eines Clubraumes. Die Mitglieder sorgen dafür, dass er mit Mobiliar ausgestattet wird.

1947 Die Mitgliederzahl steigt auf 140 und wegen der Platznot wird der neben der Halle von Rohde gelegene Bootsschuppen von Harde erworben.

1951 Der SCO hat 166 Mitglieder. Der weitere Bedarf an Lagerfläche und der zunehmend marode Zustand der zugekauften Schuppen führt zum Entschluß, die alten Bootshallen abzureißen und einen Neubau für die Bootslagerung als ersten Bauabschnitt zu erstellen. Das Bootshaus mit dem Clubzimmer bleibt zunächst noch stehen.

1958 Bis 1960 erfolgt der Abriss des noch belassenen Bootshauses und der Neubau des Clubhauses als zweiter Bauabschnitt. Einige Jahre später wird der Jugendraum angebaut.

1969 Die an der Ochtum angesiedelten sieben Vereine haben sich zu einer "Interessengemeinschaft Ochtum" zusammengeschlossen, um bei der geplanten Ochtumverlegung und dem Sperrwerksbau ihre Interessen gemeinsam gegenüber den Behörden vertreten zu können.

1976 Einweihung des Sperrwerkes an der Ochtum und Schließen der alten Ochtummündung. Dieser untere Teil der Ochtum wird später Altarm genannt. Die Ochtum verläuft jetzt in ihrem unteren Teil ab Gut Weyhausen über den sogenannten Durchstich bis zum Sperrwerk und mündet dahinter in die Weser.

1977 Alle Ochtumvereine, u.a. der Segel – Club "Ochtum", erhalten gegen entsprechende Pacht die Möglichkeit, auf der Wasserfläche des Durchstichs Liegeplätze an schwimmenden Stegen zu schaffen. Von Seiten des SCO wird eine ca. 200 m lange Steganlage - die Durchstichanlage - in Ergänzung zu den Liegeplätzen im Altarm gebaut.

1984 Bau einer neuen Steganlage vor dem Bootshaus im Altarm.

1987 Die IGO – Vereine schließen mit dem Wasserwirtschaftsamt Brake, der Wasserschifffahrtsdirektion Aurich und der Gemeinde Lemwerder die Verträge zum Kauf von Grundstücksflächen auf dem Ochtumdreieck.

1991 Es erfolgt die Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Bootshalle für ca. 30 Schiffe. Dem SCO gehören 180 Mitglieder mit ca. 50 Booten an.


Nur der immerwährenden Zielstrebigkeit der Mitglieder, verbunden mit ihrer Bereitschaft, über die Arbeitsdienstpflicht hinaus viele Stunden freiwillig zu leisten, ist es zu verdanken, dass heute die umfangreichen Vereinsanlagen zur Verfügung stehen.
Selbst neben Beruf, Familie und Vereinsarbeit erfüllten sich etliche Mitglieder auch noch ihren Traum und bauten das eigene Boot selber! Langeweile gab es nicht!

Und die Natur mit ihrem Jahrhunderthochwasser im Februar 1962 tat ihr übriges dazu. Das neue Bootshaus steht 1,80 m hoch unter Wasser und im höher gelegenen Clubhaus steht es 34 cm! Die eingelagerten Boote sind teilweise durch die im Winterlager geöffneten Seeventile in der Halle abgesoffen. Es gibt ne Menge zu tun!

Aber trotz viel Arbeit und Hindernissen kam der Wassersport bei den Mitgliedern nicht zu kurz.
Damals wie heute lassen Tages-, Wochenend- und auch lange Urlaubstörns die Mitglieder als Fahrtensegler Abstand vom Alltag gewinnen und sie ihre Freizeit genießen.
Und genauso stellen sie sich immer wieder den sportlichen Herausforderungen, die die verschiedensten Regatten auf der Weser, im Wattenrevier und auf der Nordsee an sie stellen.
Nicht zu vergessen ist hierbei die alljährliche Ochtumregatta, die unter den an der Ochtum beheimateten Vereinen ausgetragen wird. Die errungenen Siege werden anschließend kräftig gefeiert!

Genauso ist es im SCO Tradition, während der Wintermonate die wassersportmäßigen Kenntnisse zu erweitern. Wurden früher Standerscheinprüfungen abgenommen, wird heute für Segel – und Sportbootführererscheine oder für das Sprechfunkzeugnis gebüffelt!

Aber was wäre das Vereinsleben ohne die Jugend! Sie hatte im Segel – Club "Ochtum" immer ihren Platz mit entsprechendem Anleger und später eigenem Raum. Im Winter 1971 / 72 bauten einige Väter insgesamt zwölf Optimisten, was die Jugendflotte beachtlich vergrößerte!

Bestimmt die Segelpraxis mit der Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen, Regatten sowie Jugendseglertreffen während der Saison die Jugendarbeit, werden in den Wintermonaten wie bei den "Großen" Führerscheinkurse neben der Aufarbeitung der Jugendboote durchgeführt.
Erfolge wie die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft aber auch eine aufgeschlossene Jugend, die mit Verantwortungsbewußtsein, Ehrgeiz und vor allem Spaß den Segelsport betreibt, sind der Lohn!

Über die Aktivitäten der SCO Mitglieder – jung wie alt – sind vielschichtige Kontakte zu Wassersportlern aus der näheren wie entfernteren Umgebung entstanden. Und so ist es immer wieder schön, diese als Gäste an den Vereinsanlagen begrüßen zu können.

Wir blicken heute mit Stolz auf die Erfolge unserer 75 jährigen Vereinsgeschichte zurück. Die kameradschaftliche Verbundenheit soll dem Segel – Club "Ochtum" weiterhin die Grundlage für eine gesunde Entwicklung geben.