Die "Oldies"

Immer Montags - der Seniorenklöntreff vom Segel-Club "Ochtum"

Wer am Montagabend das Vereinsheim des SCO aufsucht, wird dort auf eine ganz besondere Runde treffen. Pünktlich ab 17.00 Uhr kommen seit nunmehr über 40 Jahren die Senioren des Vereins zusammen. Dann steht weniger der praktische Umgang mit dem Boot oder das Planen neuer Fahrten im Vordergrund, sondern vielmehr der Austausch von Fachwissen und die rückblickende Erinnerung.
Zurückverfolgen lässt sich das gesellige Treffen auf die 1960er Jahre. Damals fand es aber noch nicht im Vereinsheim am alten Ochtumarm statt. Da der leider bereits verstorbene Ehrenvorsitzende des Vereins, Richard Proske, ein großer Förderer des Vereins und zugleich Besitzer der Sportklause "Kelle" in der Orthstraße war, kamen die Senioren zunächst in dessen Lokal zusammen.

Seit damals hat sich aber nicht allein der Clubort geändert. War es ursprünglich ein Freitag, an dem sich die Senioren einfanden, so ist es seit etwa 1975 immer der Montag. Notwendig wurde dieser Wechsel,


Das sind sie, die Senioren des SCO: Werner Winkelmann, Werner Oppenheimer, Hermann Cordes, Wilfried Rethorn, Hartmut Ehmen, Günter Kudlaceck, Hermann Freese, Heinz Pohl, Hannes Rohde und Günter Kruse (von links).
nachdem die Vereinsjugend die Räume für den Übungsunterricht nutzen wollte. Der Beliebtheit der Runde tat dies aber keinen Abbruch. Woche für Woche kommen nunmehr 12 bis 15 altgediente Vereinsmitglieder zusammen und dies nicht allein, um die Routine des Alltags einmal vergessen zu können.

Wenn es das Wetter und die Tide erlaubt, setzen sie sich in ihre Boote und steuern "Spille" an der Stromer Landstraße an, um dort bei Bratkartoffeln und Matjes ihre Gespräche fortzuführen. Bei aller Heiterkeit, die in dieser Runde herrscht, vergessen sie aber auch nicht, an ihre verstorbenen Freunde zu denken. In Geschichten und Erinnerungen leben sie dann wieder auf, so z. B. der Tag, an dem Erich Breitenbüchers Motorboot mit einem gewaltigen Knall explodierte, doch abgesehen von einigen Schrammen und blauen Flecken keinem etwas geschehen war.


Wann immer es die Tide erlaubt, verlassen die Senioren das Clubhaus und fahren zur nahe gelegenen Gaststätte "Spille".

Zu den besonderen Höhepunkten zählt im Herbst ein Törn auf der Weser Richtung Brake oder Elsfleth. Bei diesen Fahrten können sie zeigen, dass sie eben doch nichts verlernt haben vom alten Handwerk und es noch immer verstehen, den Gegebenheiten des Wassers zu begegnen. Und überhaupt ist es die Tradition, die in der Runde hochgehalten wird. So wie das Ende der Saison durch die Fahrt nach Brake langsam eingeleitet wird, so steht mit am Anfang der Empfang des "Rudervereins Lesum" zu Himmelfahrt. Und an ihren Geburtstagen bilden die Hackepeterbrötchen bereits eine Selbstverständlichkeit, auf die keiner von ihnen verzichten möchte.

Am Bewehrten festhalten, heißt aber nicht, sich gegenüber Neuem zu verschließen. Dies gilt natürlich auch, was die Aufnahme neuer "Mitglieder" angeht. Wobei Aufnahme das falsche Wort ist. Wer immer Lust hat und sich fit genug fühlt, der darf sich gerne dem Kreis am Montagabend anschließen.